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Folge 46·

Welchen Gedanken glaubst du noch heute, obwohl er niemals wahr war?

Korinna Söhnholz5 Min. Lesezeit

Gedanken & Nervensystem | Selbstliebe | Drei Schlüssel aus der Gedankenspirale

Dein Kopf erzählt dir Geschichten. Manche davon retten dir das Leben – das ist der ursprüngliche Sinn. Aber ganz viele davon sind schlicht nicht wahr. Und trotzdem glauben wir ihnen.

Die Sirene eines Krankenwagens. Die nicht abgerufene Nachricht. Der kurze Blick eines Kollegen. Und schon läuft das Kopfkino auf Hochtouren. Was dabei in deinem Körper passiert – und wie du da wieder rauskommst – das erfährst du in dieser Folge.

1\. Warum dein Gehirn negativ denkt – und was das mit deinem Körper macht

Dein Gehirn sucht ständig nach Gefahren. Das ist kein Design-Fehler – es ist ein Schutzmechanismus, der früher das Überleben gesichert hat. Das Problem: Heute gibt es keine Tiger mehr, aber das Nervensystem reagiert auf einen Angst-Gedanken genauso wie auf echte Gefahr.

„Dein Körper kann nicht unterscheiden, ob du gerade in echter Gefahr bist oder ob du dir einfach nur Sorgen machst. Er spricht nicht Deutsch. Er spricht Biochemie.“

Was zehn Minuten Sorgen in deinem Körper auslösen:

♥ Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet

♥ Die Muskulatur geht in Anspannung – Gefäße werden abgedrückt, Zellen schlechter versorgt

♥ Die Verdauung fährt runter

♥ Das Immunsystem sinkt

♥ Der Atem wird flach und geht in den Brustkorb

♥ Der Herzschlag beschleunigt sich

„Du grübelst zehn Minuten – und dein Körper hängt manchmal drei bis sechs Stunden noch in dieser Stresschemie drin.“

Das Gefährlichste daran: Wenn negative Gedanken zur inneren Wahrheit werden. Wenn aus „Ich hab heute Fehler gemacht“ das Selbstbild „Ich bin ein Versager“ wird. Denn ab diesem Moment sucht dein Gehirn jeden Tag aktiv nach Beweisen dafür.

2\. Die Kraft der Ich-bin-Gedanken

Hinter deinem „Ich bin“ steckt dein Selbstbild. Und dein Gehirn gibt dir immer recht – in beide Richtungen.

„Wenn du denkst „Ich bin blöd“, sucht dein Gehirn täglich Beweise dafür. Wenn du denkst „Ich bin wundervoll“, sucht es auch dafür Beweise. Du entscheidest, welche Beweise du sammeln willst.“

Ich selbst habe früher innerlich nur geschimpft. „Warum hast du nicht das gesagt? Warum hast du so reagiert?“ Ganze Nächte in Gedankenschleifen, bis aus dem einzelnen Fehler eine Identität wurde: Ich bin nicht gut genug.

Das veränderte sich erst, als ich gelernt habe, mit mir zu sprechen wie mit meiner liebsten Freundin. Nicht beschichtend, nicht fake-positiv – sondern aufrichtig liebevoll. Und genau das hört dein Körper mit.

3\. Warum Kämpfen nicht funktioniert – und was stattdessen wirkt

Ich habe es selbst versucht: alles nur noch positiv sehen, negative Gedanken weghaben wollen, ärgerlich werden, wenn jemand in meiner Nähe klagte. Das Ergebnis: meine negativen Gedanken wurden stärker.

„Where your focus goes, energy flows. Alles, was du bekämpfst, legst du genau deinen Fokus drauf. Alles, was du weghaben willst, wird mehr.“

Der Unterschied, der alles verändert: Du willst das Schwierige nicht weghaben und drückst es weg – du lässt es einfach da sein und legst deinen Fokus auf das, was gut läuft. Das ist kein toxisches Positiv-Denken. Das ist bewusste Aufmerksamkeit.

Drei Schlüssel, die wirklich helfen:

♥ Schlüssel 1: Beobachte deine Gedanken. Frag dich: Ist das wirklich wahr? Gibt es eine andere Möglichkeit? Wem gehört dieser Gedanke eigentlich?

♥ Schlüssel 2: Beruhige deinen Körper. Tief in den Bauch atmen, gehen, raus in die Natur, eine Hand aufs Herz legen. Erst wenn der Körper sich sicher fühlt, können sich auch Gedanken entspannen.

♥ Schlüssel 3: Wähle deine Gedanken bewusst. Jeden Morgen: Welche Ich-bin-Gedanken möchte ich über mich haben? Wofür bin ich dankbar?

„Dankbarkeit ist ein absoluter Game Changer. In dem Moment, wo du dankbar bist, richtet dein Gehirn sich auf Dankbarkeit aus – und findet noch mehr Dinge, für die du dankbar sein kannst.“

Und noch etwas: Gehen wirkt Wunder. Wenn du gehst, werden deine Nebennieren massiert, beide Gehirnhälften aktiviert und du kannst wieder vernetzter denken. Du löst dich aus den Scheuklappen des Stresses.

4\. Die eine Frage, die alles verändert

Es gibt ein Leben vor meinem 40\. Geburtstag und eines danach. Vorher: krank, ängstlich, voller Zweifel, nur noch Probleme sehend. Einen Tag nach meinem Geburtstag lag ich im Krankenhaus – und traf dort die Entscheidung, dass ich wirklich leben möchte.

„Ich wollte wieder Zeit mit meiner Familie. Ich wollte wieder glücklich sein. Ich wollte mich liebhaben und mir wichtig sein in meinem Leben.“

Das war der Anfang von allem. Und es begann mit einer einzigen Frage:

„Welchen Gedanken glaubst du bis heute noch, obwohl er niemals wahr war?“

Vielleicht ist es der Gedanke, dass du nicht gut genug bist. Dass es bei dir sowieso nicht klappt. Dass du nicht fähig genug bist. Oder wie bei mir: dass wenn eine Sirene ertönt, irgendjemandem aus der Familie etwas Schlimmes passiert ist – ein Gedanke, den ich unbewusst von meiner Mutter übernommen hatte.

In dem Moment, wo du erkennst, dass dieser Gedanke niemals deiner war, kannst du ihn loslassen. Und dann öffnet sich etwas.

„Wer wärst du ohne diesen Gedanken? Wie würdest du dich in deinem Körper fühlen?“

Nimm dir einen Moment. Schließ die Augen, wenn du magst. Leg die Hände auf dein Herz. Und spür einfach mal nach: Wie wäre es, diesen einen Gedanken nicht mehr zu glauben? Vielleicht wird es schon ein kleines bisschen leichter. Und das ist der erste Schritt.

Hör dir die ganze Folge an – am Ende teile ich noch die eine Frage, die mir immer wieder innerhalb von Sekunden aus der Gedankenspirale hilft. Und wenn diese Folge etwas in dir berwegt hat, schreib es mir gern in die Kommentare.

Wenn du die drei Schlüssel nicht nur einmal hören, sondern wirklich tief in dir verankern möchtest, komm in den Feeling-Good-Kurs – dort trainieren wir genau das: neue Gedanken, neue Gefühle, ein neues Selbstbild.

Deine Korinna

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Deine Korinna — die Osteopathin für Körper, Geist und Seele