Folge 25·Herzgesundheit & Emotionen
Warum du für dein Herzrasen dankbar sein solltest
Korinna Söhnholz3 Min. Lesezeit
Dein Herz stolpert, rast, fühlt sich an wie ein Stein auf deiner Brust. Sofort kommt die Angst: Ist das etwas Schlimmes? Hört mein Herz auf zu schlagen?
Diese Angst verstärkt die Anspannung nur noch weiter. Deshalb möchte ich dir heute eine ganz andere Perspektive zeigen – eine, die mir selbst beim Herzrasen geholfen hat.
1. Was Herzrasen wirklich ist – und was es nicht ist
Das Wichtigste zuerst: An Herzrasen allein stirbst du nicht. Ein Herzinfarkt zeigt sich ganz anders – mit Herzenge, Oberbauch- oder Armschmerzen, nicht mit reinem Herzrasen.
Trotzdem ist die medizinische Abklärung beim Kardiologen unverzichtbar. Die meisten Frauen, die zu mir kommen, hören dort: Dein Herz ist in Ordnung.
„Wenn der Kardiologe sagt, dein Herz ist in Ordnung, freu dich darüber und feier dich dafür. Dann ist dieses Herzrasen ein Signal, weil dein Körper mit dir spricht."
Meistens handelt es sich um eine Stressreaktion. Ursachen können Schlafmangel, hormonelle Schwankungen, Koffein-Unverträglichkeit oder eine Disbalance zwischen Sympathikus und Parasympathikus sein – also zwischen deinem Kampf-und-Flucht- und deinem Ruhe-und-Verdauungs-System.
2. Was dein Herzrasen dir seelisch sagen möchte
Dein Herz steht auch für deine Intuition und deine Wahrheit. Wenn du immer wieder gegen deine inneren Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle handelst, meldet sich dein Herz.
„Herzrasen steht oft für die Angst, du selbst zu sein. Aber dich gibt es nur einmal auf dieser Welt – bitte enthalte dich dieser Welt nicht vor."
Vielleicht unterdrückst du Emotionen, bist oft überfordert oder wütend, ohne dem Raum zu geben. Manchmal liegt es auch in deiner Lebensgeschichte: Hat dir als Kind niemand gezeigt, wie du mit Herzschmerz umgehen sollst? Wurden deine Gefühle vielleicht kleingeredet?
Wenn du Trauer oder Herzschmerz keinen Raum gibst, gerätst du in Daueranspannung – und funktionierst nur noch, statt zu fühlen.
3. Vier Übungen, die akut helfen
Atmung: Dein Herz liegt direkt auf dem Zwerchfell. Atme tief ein, halte kurz, und atme länger aus als du einatmest – zum Beispiel vier Atemzüge einatmen, vier halten, acht ausatmen. Das dehnt und beruhigt dein Herz von innen.
„Wichtig ist, dass du länger aus- als einatmest. Mach das zwei bis drei Minuten, dann normal atmen, und wiederholen."
Sanftes Summen oder die Herzatmung aktivieren deinen Vagusnerv und damit dein Entspannungssystem.
Kaltes Wasser an Handgelenken, Gesicht oder seitlich am Hals – dort verläuft der Vagusnerv Richtung Schlüsselbein.
Die Peitschenschlagübung: Angespannte Muskeln zwischen den Schulterblättern drücken auf Nerven, die das Herz versorgen. Diese schnelle Übung setzt diese Stresspunkte quasi zurück.
„Eine Frau schrieb mir, sie dachte, ihr Mann müsste ins Krankenhaus wegen Herzrasen. Nach dieser Übung war es so viel besser, alle Symptome waren weg."
Wichtig: Diese Übung ist kein Ersatz für den Arztbesuch, sondern eine Ergänzung, wenn medizinisch alles abgeklärt ist.
4. Der langfristige Weg – Grenzen setzen statt funktionieren
Über die akuten Übungen hinaus lohnt sich die Frage: Wo überschreitest du regelmäßig deine eigenen Grenzen? Wo sagst du Ja, obwohl dein Körper innerlich Nein sagt?
„Ein liebevolles Nein ist gar nicht schlimm. Menschen, die dich lieben, akzeptieren das und suchen sich nötigenfalls jemand anderen."
Anspannung und Entspannung sollten immer in Balance sein – genau wie dein Herz selbst ein- und ausatmet, sich zusammenzieht und wieder weit wird.
- Schreib auf, wo du regelmäßig über deine Grenzen gehst
- Überlege dir konkrete, liebevolle Formulierungen für ein Nein
- Achte auf die Balance zwischen Auspowern und echter Pause
- Lerne, Komplimente und Geschenke wirklich anzunehmen
„Dein Herz ist nicht kaputt und du bist auch nicht kaputt. Es will dir sagen, dass es nach Verbindung, nach Sicherheit und danach ruft, von dir gesehen zu werden."
In deinem Leben bist du die allerwichtigste Person. Wenn du das wirklich verinnerlichst, kann sich dein Herz wieder ausdehnen – es muss nicht mehr gegen dich kämpfen.
Hör dir die Folge an – dort findest du noch mehr Details zu den Übungen und der Verbindung zwischen Herz und Lebensgeschichte.
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Deine Korinna — die Osteopathin für Körper, Geist und Seele