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Folge 27·Immunsystem & Stress

Das Geheimnis für ein starkes Immunsystem

Korinna Söhnholz3 Min. Lesezeit

Der November ist der herausforderndste Monat des Jahres. Energielos, erschöpft, unglaublich infektanfällig – und das, obwohl du vielleicht schon jedes Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert hast, das du im Internet finden konntest.

Doch kein Vitaminpräparat der Welt kann ein überlastetes Immunsystem reparieren, wenn dein Körper nicht gut durchblutet ist. Warum manche Menschen gefühlt nie krank werden und andere drei Jahre an jeder Erkältung knabbern, klären wir in dieser Folge.

1. Wie Cortisol dein Immunsystem schwächt

Cortisol ist unser Langzeitstresshormon. Bei kurzem Stress schüttet der Körper Adrenalin aus, bei Dauerstress – durch To-do-Listen, Beziehungsthemen oder Weihnachtsstress – wird Cortisol freigesetzt.

„Wichtige Immunzellen, die Lymphozyten, werden durch Cortisol gestoppt. Das schwächt die Entzündungsregulation und verzögert Heilungsprozesse."

Dein Körper fährt die Abwehr bewusst herunter, um Energie zu sparen – ähnlich wie ein Handy-Akku bei 20 Prozent. Wenn dann jemand neben dir hustet, trifft das Virus auf einen besonders fruchtbaren Boden.

Oft entstehen sogar stille Entzündungen, die sich nicht direkt bemerkbar machen, sondern sich als Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Hautprobleme oder Verdauungsbeschwerden zeigen.

2. Warum dein Darm der Schlüssel ist

Ein großer Teil deines Immunsystems sitzt im Darm. Und der Darm reagiert hochsensibel auf Stress: Die Durchblutung verändert sich, dadurch verändert sich auch die Temperatur – und das beeinflusst dein gesamtes Mikrobiom.

„Wenn der Darm nicht genug Ruhe zum Verdauen hat, bläht er sich auf, um seine Oberfläche zu vergrößern und doch noch Nährstoffe herauszuholen."

Dein Darm möchte nicht nachts arbeiten, wenn du schläfst – er braucht bewusste Pausen zwischendurch. Ohne diese Pausen kann er Nahrungsergänzungsmittel oft gar nicht richtig aufnehmen, weil die Durchblutung fehlt. Langfristig kann das die Darmbarriere schwächen – bekannt als Leaky Gut – oder zu einer Dünndarmfehlbesiedlung wie SIBO beitragen.

Dein Darm und dein Immunsystem sind beste Freunde: Ist der eine aus dem Gleichgewicht, ist es der andere automatisch auch.

3. Schlaf, Vagusnerv und Bewegung als Gegenspieler

Bereits eine einzige schlecht durchschlafene Nacht kann nachweislich deine Immunfunktion messbar senken. Schlaf ist die Zeit, in der dein Immunsystem regeneriert – Lymphozyten, B-Zellen und T-Zellen werden neu produziert.

„Angst ist der schlechteste Ratgeber, den du haben kannst – sie verstärkt Cortisol und schlechte Durchblutung zusätzlich."

Was hilft stattdessen: tiefe Bauchatmung aktiviert deinen Vagusnerv und damit dein Entspannungsnervensystem, was den Darm besser durchblutet. Auch Bewegung wirkt direkt auf den Darm – der Psoas-Muskel, dein Hüftbeuger, massiert mit jedem Schritt deinen Darm und verbessert so deine Immunantwort.

Und ganz grundlegend: Pausen sind keine Schwäche, sondern Regeneration. Rest and digest – ausruhen und verdauen – das gilt nicht nur für Nahrung, sondern auch für alles, was du emotional erlebst und verarbeitest.

4. Emotionaler Stress zählt genauso

Viele Frauen nehmen ihren emotionalen Stress nicht ernst genug: ungelöste Themen, der Druck alles schaffen zu müssen, perfekt zu sein, für alle da zu sein. Das eigene schlechte Gewissen, egal ob bei der Arbeit oder bei der Familie, belastet das Immunsystem genauso wie körperlicher Stress.

„Alle ungelösten Sorgen und der Druck, perfekt zu sein, drücken unser Immunsystem runter und machen uns anfälliger."

Ich selbst war zehn Jahre lang als Osteopathin chronisch krank – und schämte mich dafür, weil ich mich doch eigentlich mit Gesundheit auskennen sollte. Diese Unehrlichkeit nach außen hat den Druck nur noch verstärkt.

„Dein Immunsystem reagiert auf jeden Gedanken, auf jedes Gefühl, auf den Druck, den du dir machst. Es ist kein isolierter Baustein in deinem Körper."

Journaling, ehrliche Gespräche oder Coaching helfen, emotionale Lasten aufzuräumen. Wenn du oft krank bist, liegt das nicht an Schwäche – dein Körper sagt dir einfach: Ich brauche eine Pause.

Und sprich mit dir, wie du mit deiner besten Freundin sprechen würdest: liebevoll, verständnisvoll, nicht kritisch.

Hör dir die Folge an und schreib mir gern in die Kommentare, welche Tipps dir helfen, dein Immunsystem zu stärken. Lass uns voneinander lernen.

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Deine Korinna — die Osteopathin für Körper, Geist und Seele