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Folge 48·

Ärger ist wie Gift trinken und hoffen, dass der andere krank wird

Korinna Söhnholz5 Min. Lesezeit

Kannst du dich erinnern, wann du dich das letzte Mal so richtig geärgert hast? Und wie lange du diesen Ärger noch mit dir herumgetragen hast – Stunden, Tage, vielleicht sogar Jahre?

Stell dir mal vor, du trinkst ein Glas Gift und hoffst, dass der andere davon krank wird. Würdest du das wirklich tun? Natürlich nicht. Und trotzdem – genau das passiert auf emotionaler Ebene, wenn wir uns ärgern. Denn in dem Moment, wo du dich ärgerst, vergiftest du dich selbst. Loslassen ist kein Geschenk an den anderen. Es ist ein Geschenk an dich.

1\. Ärgern war mein Zuhausegefühl

Ich habe mich früher jeden Tag geärgert. Ärgern war mein Zuhausegefühl – so nenne ich Gefühle, die wir so oft haben, dass sie sich normal anfühlen. Ich habe mich über meine Kinder geärgert, über meinen Mann, darüber, dass Sachen herumlagen. Ich habe mich über mich selbst geärgert, dass ich nicht früher aufstand, nicht Sport machte, obwohl ich es besser wusste.

Ich bin morgens aufgestanden und habe sofort angefangen, mich zu ärgern. Den Wecker auf Snooze gedrückt, zu spät aufgestanden, den Schlüssel nicht gefunden, den ich selbst woanders hingelegt hatte, über die Schuhe der Kinder gestolpert, den leeren Tank – und schon war mein Tag gelaufen. Oder eigentlich mein ganzer Morgen. Und der hat sich dann durch den ganzen Tag gezogen.

„Im Außen habe ich gelächelt, die Maske aufgesetzt, funktioniert. Im Inneren war ich gestresst, verärgert, erschöpft. Diese Inkongruenz – dass innen und außen nicht übereinstimmen – kostet den Körper enorm viel Energie. Und sie macht krank.“

Denn was passiert in deinem Körper, wenn du dich ärgerst? Dein Stresssystem wird aktiviert. Muskeln spannen an, Gefäße werden abgedrückt, Zellen werden schlechter versorgt. Die Magensäure sprudelt über, der Säure-Basen-Haushalt verschiebt sich, der Darm wird nicht mehr richtig durchblutet. Dein Herzschlag verändert sich, der Atem wird flacher.

Dein Körper unterscheidet dabei nicht, ob gerade wirklich etwas Schlimmes passiert oder ob du nur an etwas denkst. Für ihn passiert alles immer jetzt gerade.

2\. Die Geschichte, die ich mir erzählt habe

Ich habe jahrelang die Schuld im Außen gesucht. Die anderen konnten sich nicht besser verhalten, könnten die Dinge nicht anders machen, dass es mir besser geht. Mein Mann, die Kinder, die Ampel, der Chef – alle waren schuld. Und mein Gehirn hat jeden Tag fleißig Beweise dafür gesammelt.

„Aber wenn ich wirklich ehrlich war: Wer hat eigentlich angefangen? Meistens war ich diejenige, die mit schlechter Laune aufgestanden ist, weil ich es wieder nicht geschafft hatte, früher aufzustehen. Und die anderen konnten überhaupt nichts dafür.“

Was wirklich hinter meinem Ärger steckte? Erschöpfung. Die Enttäuschung über mich selbst. Ich habe meiner Familie und der ganzen Welt die Schuld gegeben für Dinge, die in Wirklichkeit mit mir zu tun hatten.

Manchmal steckt aber auch Angst dahinter – die Angst, nicht dazuzugehören, nicht gesehen zu werden, eine alte Verletzung. Das Wichtigste ist: zu verstehen, worüber ich mich eigentlich wirklich ärgere und was in echt dahintersteckt.

3\. Drei Schritte aus der Ärgerspirale

Es gibt drei Schritte, die mir geholfen haben – und heute meinen Kursteilnehmerinnen helfen.

Schritt eins: Ehrlichkeit. Ohne radikale Ehrlichkeit mit mir selbst geht gar nichts. Solange ich die Schuld im Außen suche, kann ich nichts verändern. Also frage ich mich: Worüber ärgere ich mich wirklich? Was liegt dahinter? Ist es Erschöpfung? Angst? Eine unausgesprochene Erwartung?

Schritt zwei: Verantwortung übernehmen. Gefühle kann niemand in dich hineintun. Sie entstehen in dir und aus dir heraus. Das heißt: Ich kann niemandem anderen die Schuld geben. Aber es bedeutet auch: Ich kann wählen, wie ich mich fühlen möchte. Möchte ich weiter, dass diese Situation meine Energie bestimmt? Möchte ich weiter diesen Ärger festhalten?

„Wer hält denn am Ärger fest? Die anderen – oder du?“

Schritt drei: Loslassen. Wer loslässt, hat die Hände frei. Und Loslassen bedeutet nicht, dass der andere Recht bekommt. Loslassen bedeutet, dass du deine Freiheit zurückbekommst.

♥ Frag dich: Was darf ich heute loslassen?

♥ Welche alte Geschichte, welchen alten Gedanken möchte ich nicht mehr weiterführen?

♥ Was möchte ich wirklich verändern in meinem Leben?

„Loslassen bedeutet, dass du dich selbst befreist und deine Energie zurückholst. Vergangenes ist vergangen – und ich kann es nicht verändern. Aber ich möchte nicht länger daran gebunden sein.“

Als ich begann, mir selbst zu vergeben und all die Erwartungen an mich loszulassen – spüre ich jedes Mal, wenn ich das ausspreche, wie eine Last von meinen Schultern fällt.

4\. Was möglich wurde, als ich aufhörte, meine Energie in Ärger zu stecken

Als ich die Energie aus meinem Ärger rausgezogen habe, habe ich mich plötzlich nicht mehr so erschöpft gefühlt – obwohl sich im Außen noch gar nicht so viel verändert hatte. Es kam wieder Frieden, Leichtigkeit und Vertrauen in mich und meinen Körper.

„Wenn du deine Gedanken und Gefühle kontrollierst, kontrollierst du die Biochemie in deinem Körper. Du kannst jeden Tag zur Massage gehen – wenn du dich zuhause weiter ärgerst, bist du sofort wieder verspannt.“

Denn das ist das Schöne und das Schwierige gleichzeitig: Du kannst niemandem anderen die Schuld geben. Und du kannst auch nicht warten, dass der andere sich ändert, damit es dir besser geht. Aber du kannst wählen. Das ist die größte Freiheit.

Ich stelle dir heute drei Fragen, die du dir gern in Ruhe beantworten darfst:

♥ Welche Situation trägst du noch mit dir herum?

♥ Auf wen bist du noch ärgerlich – und wem gibst du damit die Macht über dein Innerstes?

♥ Was möchtest du dir heute zurückzuholen: deine Energie, deinen Frieden, deine Leichtigkeit?

„Denn eins weiß ich: Wenn ich die früher gewusst hätte, wäre ich viel eher wieder gesund geworden. Dich ärgert nicht das Außen. Dich ärgert immer deine Reaktion darauf. Und die kannst du verändern.“

Schreib mir gern in die Kommentare, was diese Folge mit dir gemacht hat. Ich lese alles und freue mich von Herzen über jede Nachricht.

Hör dir die ganze Folge an – ich teile dort noch viel mehr aus meiner persönlichen Geschichte und erkläre, wie Ärger die Magensäure, den Darm und das gesamte Nervensystem beeinflusst.

Wenn du die Werkzeuge aus dieser Folge nicht nur einmal hören, sondern wirklich in deinem Alltag verankern möchtest, komm in den Feeling-Good-Kurs – dort arbeiten wir genau daran, raus aus der Ärgerspirale und rein in Frieden, Leichtigkeit und Vertrauen.

Deine Korinna

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Deine Korinna — die Osteopathin für Körper, Geist und Seele