Folge 16·Lebensstil & Selbstliebe
9 Dinge, die ich aus meinem Leben verbannt habe
Korinna Söhnholz4 Min. Lesezeit
Auf meinem Weg zur Heilung von meiner zehnjährigen Colitis ulcerosa habe ich nicht nur neue Routinen gelernt – ich musste auch alte Dinge aussortieren.
Ich teile alles in meinem Leben in zwei Kategorien: Dinge, die mir Energie geben, und Dinge, die mir Energie nehmen. Alles, was mich aus meiner Mitte gebracht oder blockiert hat, habe ich über die Jahre aussortiert.
Heute teile ich neun davon mit dir – als Inspiration, nicht als Regelwerk. Schau, was für dich passt, und finde deinen eigenen Weg.
1. Lästern, Fernsehen und zu viel Weizen und Zucker
Lästern: Ich meine nicht das offene Ansprechen von Störendem, sondern das reine Aufregen ohne Lösungsabsicht. Wer lästert, schüttet Stresshormone aus – und bekommt mehr von dem, worüber er sich aufregt.
„Wir bekommen immer mehr von dem, was wir tun. Wenn ich lästere, bekomme ich mehr Dinge in meinem Leben, die mich aufregen."
Als ich aufhörte mitzulästern, veränderte sich die Qualität meiner Gespräche komplett. Manche fanden mich erst seltsam – aber ich wollte nicht mehr zu der Gruppe gehören, der es nicht gut geht.
Fernsehen: Ich habe beobachtet, wie ich mich nach dem Fernsehen fühle. Krimis haben mich nachts beschäftigt, Ängste geschürt. Heute konsumieren wir bei uns bewusster – und die gewonnene Zeit nutzen wir für echte Gespräche als Familie, abends auf dem Sofa oder dem Balkon.
„Ich find diese gemeinsamen Gespräche in unserer Familie so viel wertvoller als gemeinsames Fernsehen."
Weizen und Zucker: Etwa 70 bis 90 Prozent habe ich aus meinem Alltag verbannt. Während meiner Darmerkrankung war Zucker wie Öl ins Feuer für die Entzündung. Heute frühstücke ich ohne beides – und habe deutlich mehr Energie und einen stabileren Blutzuckerspiegel. Kohlenhydrate gibt es bei mir eher abends, wenn ich müde werden möchte.
2. Softdrinks und Tage ohne Bewegung
Softdrinks: Bei uns zu Hause gibt es nur Wasser und Tee. Softdrinks liefern leere Kalorien und schicken dein Gehirn in eine Abwärtsspirale aus schnellem Zucker und erneutem Verlangen.
„Unser Körper besteht zu 80 Prozent aus Wasser – nicht aus Softdrinks."
Auch bei meinen Kindern erkläre ich das ganz konkret: Zucker wird im Mund zu Säure, die die Zähne angreift. Was sichtbar im Mund passiert, passiert unsichtbar auch im restlichen Körper.
Tage ohne Bewegung: Bewegung ist nicht gleich Sport. Es reicht, die Arme zu strecken, Treppen zu steigen, 8.000 bis 10.000 Schritte am Tag zu gehen.
„Wenn du gehst und dein Becken bewegst, massiert dein Psoas-Muskel – unser Stressmuskel – deine Niere. Das ist das beste Detox."
Ohne regelmäßige Bewegung bekomme ich Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und schlechte Laune. Mit Bewegung: mehr Energie, bessere Laune, eine aufrechtere Haltung.
3. Menschen, die runterziehen, und der Wunsch, allen zu gefallen
Menschen, die runterziehen: Manche Begegnungen lassen dich ausgepresst zurück wie eine Zitrone. Ich sage diesen Menschen nicht aktiv ab – ich reduziere einfach den Kontakt, ohne Drama.
„Wenn du merkst, dir tut jemand nicht gut, kannst du davon ausgehen, dass derjenige dich mindestens genauso komisch findet wie du ihn."
Das schafft Raum für Menschen, die dir Energie geben – ohne dass es endgültig sein muss. Wege können sich später wieder kreuzen.
Allen gefallen wollen: Das war die größte Sache, die ich aussortiert habe. Früher habe ich abends um zehn noch Patienten behandelt, konnte nicht Nein sagen, ohne mich schuldig zu fühlen.
„Menschen, die mich lieben, finden es gut, dass ich auf mich achte. Ich gefalle vielleicht anderen nicht mehr so sehr, aber dafür gefalle ich mir selbst."
Meine chronische Darmerkrankung hat mir beigebracht, Nein zu sagen – und das war ein riesiges Geschenk.
4. Unreflektierte Streitgespräche und Tampons und Binden
Unreflektierte Streitgespräche: Streiten ist erlaubt – aber nur, wenn danach reflektiert wird. Was hat mich getriggert? Warum? Hat es mit meiner Vergangenheit zu tun oder mit meinen echten Werten?
„Einfach nur Vorwürfe machen führt zu nichts, außer wie beim Lästern zu negativen Emotionen. Aber reflektierte, wertschätzende Streitgespräche schaffen wahre Nähe."
Wenn ich Fehler mache, gehe ich danach zur Person und erkläre, dass ich emotional und unreflektiert war. Das schafft Verbindung statt Distanz.
Tampons und Binden: Inspiriert durch das Gespräch mit Miriam Stark nutze ich heute meist Periodenunterwäsche und blute frei – mein Beckenboden hält das Blut, bis ich zur Toilette gehe.
„Mit jedem Mal, wenn ich Blut loslasse, überlege ich mir, was ich in diesem Zyklus gehen lassen möchte."
An Tagen mit vollem Programm, an denen ich nicht spontan zur Toilette kann, nutze ich weiterhin einen Tampon – ganz pragmatisch. Es geht nicht um Perfektion, sondern um das, was sich für dich gut anfühlt.
Keines dieser Dinge habe ich über Nacht verändert – das war alles ein Prozess. Nimm dir die eine Sache mit, die dich am meisten anspricht, und probiere sie aus. Hör dir die Folge an, dort erzähle ich noch viele weitere persönliche Details.
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Deine Korinna — die Osteopathin für Körper, Geist und Seele